Mission

Leitung: Vanessa Neumann

Jeder Satellit, der ins All startet, trägt neben seinen überlebenswichtigen Komponenten auch einen Auftrag mit sich, der ihm einen Sinn verleiht. Diese Aufgaben werden in der Raumfahrtbranche Mission genannt, ohne die ein Satellit gar nicht erst gestartet wird.

Während sich vor 30 Jahren noch keiner Gedanken über Müll im Weltraum gemacht hat, ist es heute eines der beherrschenden Themen in der Raumfahrtbranche. Zunehmende Verschmutzung der erdnahen Umlaufbahnen, macht es zukünftigen Weltraummissionen immer schwerer und das Risiko von Kollisionen mit dem Weltraummüll steigt.

Deshalb haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, in Zusammenarbeit mit dem Space Safety Office der europäischen Weltraumagentur ESA mit unserer CubeSat-Mission zwei optische Satellitenidentifikatiostechnologien zu testen. Diese Identifikationstechnologien geben Erkenntnisse über die Lage, Position und Bewegung des CubeSats im Weltraum und liefern so wichtige Erkenntnisse, die zur aktiven Beseitigung von Objekten im Weltraum benötigt werden.

Unsere Mission besteht aus 2 Hauptkomponenten: Einem ELROI und einem Set von Retroreflektoren.

Der ELROI, kurz für „Extremely Low Ressource Optical Identifier“, ist eine Art optisches Nummernschild für einen Satelliten. Per Laser von einer Bodenstation aus aktiviert, blinkt der ELROI über Dioden binär eine einzigartige Kennung zurück, mit welcher der Satellit passiv und von jeder hinreichend ausgerüsteten Bodenstation identifiziert werden kann. Diese Technologie wurde bis jetzt noch nicht erfolgreich auf Mikrosatelliten getestet.
Bedenkt man die rapide steigende Zahl der Objekte im All und die Pläne Megakonstellationen mit Hunderten von Satelliten aufzubauen, ist es umso notwendiger diese sich sehr gleichenden Flugobjekte schnell und einfach identifizieren zu können.

Die Retroreflektoren sind wie auch der ELROI ein komplett passives System. Retroreflektoren sind eine alltäglich eingesetzte Technologie: Zu finden sind sie beispielsweise in Form von Katzenaugen in den Speichen von Fahrrädern. Die Retroreflektoren für den Satelliten erfüllen dabei eine sehr ähnliche Rolle wie jene an Drahteseln. Durch das Beleuchten von einer dritten Person sind diese leicht und schnell erkennbar und signalisieren dem Beobachter wo sich der Radler befindet als auch in welche Richtung und wie schnell sich dieser fortbewegt. Analog verwenden wir jedoch eine Bodenstation mit einem Laser als Beobachter und propagieren damit den Orbit sowie die Ausrichtung und Drehrate des Satelliten. Dieses Verfahren funktioniert unabhängig vom Satelliten selbst, sodass selbst bei defekte Satelliten oder Satelliten, zu denen vorübergehend der Kontakt abgebrochen ist, eine Erfassung der Satellitendynamik möglich ist.

Die Aufgaben der Missions-Subsection umfassen die Analyse und das Festlegen der Anforderungen der Mission. Des Weiteren kümmern wir uns auch um die Missions-Payload, die später im Satelliten eingebaute Missionskomponente wie dem ELROI und die Reflektoren. Außerdem befassen wir uns noch mit jeglichen anderen Anforderungen rund um den kompletten Werdegang des Satelliten von Start bis zum Wiedereintritt. Dazu gehören bspw. neben dem Finden eines Raketenstarts, der unseren Satteliten in eine Erdumlaufbahn bringt, auch die Überwachung der Einhaltung von Anforderungen der verschiedenen Raumfahrtagenturen.

Interesse geweckt?

Dann schau doch einfach mal bei einem unserer Treffen vorbei. Unser wöchentliches Treffen findet jeden Mittwoch um 18:00 Uhr auf unserem Discord Server statt. Falls du noch Fragen hast, kannst du dich gerne an die Teamleiterin der Mission Vanessa Neumann wenden.